10.12.2025 14:00
Bürgermeister Dietmar Prammer
Altes Rathaus Hauptplatz 1 4041 LINZ E - Mail: dietmar.prammer@mag.linz.at
Betrifft: A26 - TUNNELAUTOBAHN
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Mitglieder des Linzer Gemeinderats! Mit diesem Schreiben ersuche ich Sie dringend um eine rasche und ehrliche Beantwortung meiner Fragen. 1. Wie können Sie eine dermaßen rohe Vergewaltigung der Natur im Linzer Berschlössl Park und dessen Umgebung verantworten? Noch dazu in einer Zeit, in der aufgrund stark zunehmender Erhitzung dringend kühlender Grünraum geschaffen werden muss und nicht zerstört werden darf. Jeder gefällte Baum bedeutet eine langfristige Verringerung der CO₂ – Speicherkapazität und verstärkt damit zusätzlich jene Emissionen, die wir eigentlich dringend reduzieren müssten. 2. Verkehr im Stadtzentrum weiterhin zu fördern ist verantwortungslos! Laut ASFINAG wird der Autoverkehr in der Innenstadt um 30% zunehmen, der Bindermichl-Tunnel ist jetzt schon jeden Tag mehrmals verstopft. Durch eine weitere Stadtautobahn droht ein permanenter großräumiger Verkehrskollaps. In Zeiten der fortschreitenden Klimakrise ist es besonders unverantwortlich, zusätzlichen motorisierten Verkehr in einem ohnehin stark belasteten urbanen Raum zu erzeugen. Vernünftige Stadtpolitik muss heute alles daransetzen, Emissionen zu reduzieren, Hitzeinseln zu vermeiden und nachhaltige Mobilität zu fördern, anstatt die Grundlagen für noch mehr CO₂ - Ausstoß und Aufheizung zu schaffen. Warum muten Sie uns Linzerinnen und Linzer eine derartige Bedrohung zu? 3. Wie erklären Sie in Zeiten, in denen uns täglich mit Sparmaßnahmen gedroht wird, die maßlose Verschwendung unseres Geldes? Nach derzeitigen Berechnungen werden 1,2 Milliarden für dieses rückwärtsgewandte Verkehrsprojekt vergeudet, 60 Millionen davon muss die Stadt Linz beisteuern. Viel Geld, das in den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel sinnvoll und zukunftsweisend angelegt werden sollte. 4. Warum informieren Sie nicht wahrheitsgemäß und rückhaltlos? Warum vertreten Sie die Interessen vieler Linzer Bürgerinnen und Bürger nicht? Warum lassen Sie nicht, wie es eigentlich Ihren demokratischen Verpflichtungen entsprechen würde, die aufgeklärte und verantwortungsbewusste Linzer Bevölkerung in einer Volksbefragung selbst entscheiden, ob die Tunnelautobahn, die im vorigen Jahrhundert geplant und konzipiert wurde, noch immer gewünscht wird. Mit freundlichen Grüßen __________________________________________________________
Rodung Bergschlösslpark und Ziegeleistraße Die Stadt Linz zerstört im Stadtzentrum Naherholungsräume und an den Stadträndern den schützenden (aber angeblich nicht geschützten) Grüngürtel in obrigkeitlicher Manier, ohne die tausenden Gegenstimmen betroffener (im wahrsten Sinne des Wortes !) Bürger wenigstens zur Kenntnis zu nehmen. Sie propagiert die Lippenbekenntnisse „Klimahauptstadt“ sowie „Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur und Umwelt“, hat aber keine Skrupel, jahrhundertealtes wertvolles Naturgut mit einem (Kahl)Schlag zu vernichten. Auch die Art und Weise, wie die Schlachtung unzähliger Bäume vor sich ging, war erschreckend. Im Schnellverfahren wurden altehrwürdige Baumriesen einfach niedergemetzelt, hilflos standen Menschen mit Kindern und Hunden daneben, „beschützt“ von vermummten Polizisten. Es herrschte eine beklemmende Respektlosigkeit der Natur und ihren Lebewesen gegenüber. Die verantwortliche Politik verweist auf bestehende Bescheide und die ausführenden Erfüllungsgehilfen ( die ebenfalls umweltfreundliche ASFINAG und „Spezialgartenbaufirmen&ldquo
. Die übliche überfallsartige Vorgangsweise, die Bäume lange vor tatsächlicher Bautätigkeit zu entfernen, (sie hätten noch jahrelang zur Luftverbesserung beitragen können), um vollendete Fakten zu schaffen, ist ebenso hinterfragenswert wie der Umstand, dass der Steuerzahler neben dem angerichteten, nicht wieder gutzumachenden Schaden auch die explodierenden Kosten für ein nicht mehr zeitgemäßes Projekt zu tragen hat, während ihm unwiederbringliche Werte ( was geschieht mit dem zum Teil kostbaren Holz?) entzogen werden.
Die Wahrheit darüber wird wohl miteinbetoniert werden.
Welf Ortbauer
Baumrettungsinitiative Linz
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" A26 - ein aus der Zeit gefallenes Projekt
Das Ausmaß der Zerstörungen und großflächigen Baumrodungen, die der Bau der mitten durch Linz verlaufenden A26 anrichten würde, war spätestens seit Vorliegen des für alle öffentlich einsehbaren UVP-Bescheids am 22.12. 2014 bekannt. Der Bescheid für dieses wieder aufgewärmte und in eine Autobahn umgewandelte Uralt-Projekt aus den 70er Jahren war Ergebnis eines langen Verfahrens, bei dem bewusst auf eine „Strategische Umweltprüfung“ verzichtet wurde. Dabei wären nämlich auch Alternativen, wie öffentliche Verkehrsprojekte oder ein Nullvariante, geprüft worden. Der von Bürgerinitiativen durch alle Instanzen bekämpfte positive Bescheid eines nicht genehmigungsfähig eingereichten Projekts wurde nicht zuletzt durch Anlassgesetzgebung erwirkt. Land Oberösterreich und Stadt Linz übernahmen zudem zehn bzw. fünf Prozent der Netto-Gesamtkosten mittels Blanko-Scheck, obwohl weder Stadt noch Land für die Errichtung von Autobahnen zuständig sind. Dieses Geld fehlt beim öffentlichen Verkehr, bei der Radinfrastruktur, im Sozialbereich, im Gesundheitsbereich. Die laut vorgebrachten Warnungen der Projektgegner*innen vor den massiven Schäden an Natur und Lebensqualität wurden unterdrückt, kleingeredet und lächerlich gemacht. Statt dessen gaukelten SP/VP/FP der Öffentlichkeit mittels Propaganda und teuren Hochglanzbroschüren ein positives Bild von diesem in der Realität aus der Zeit gefallenen Uraltprojekt vor. Nun stehen wir vor einem Scherbenhaufen. Als gäbe es keine Klimakrise, kein Morgen, keine Hoffnung. Linz hat sich besseres verdient."
Gerda Lenger
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@Friedrich Schwarz
Als ehemaliger Naturschutzbeauftragter der Stadt Linz, Stadtökologe und Leiter der Naturkundlichen Station und des Botanischen Gartens sehe ich die in den letzten Tagen vorgenommenen Rodungen im Bereich des Bergschlössl- und Ziegeleiparks äußerst kritisch. Es ist völlig unverständlich, dass in Zeiten der hereinbrechenden Klima- und Artenkrise derart wertvolle Baumsubstanz einem Autobahnprojekt weichen muss, wie das hier der Fall ist. Nur um die Dimensionen zu verdeutlichen: Um die ökologischen Funktionen eines alten, großkronigen Baumes mit 20 m Durchmesser hinsichtlich Klima und Feinstaubreinigung zu kompensieren, müsste man 400 junge Bäume pflanzen. Vorsichtig geschätzt wurden in den letzten Tagen 50 alte Bäume gefällt. Das heißt, es müssten 20 000 junge Bäume gepflanzt werden. Wenn man die übrigen kleineren Bäume dazurechnet, wären das mind. nochmals so viel, also 40 000! Die verloren gegangene Lebensraumfunktion lässt sich leider ohnehin nicht kompensieren. Und das noch dazu in einer ohnehin durch Verkehr belasteten Zone mit schlechter Luftqualität! Die von der ASFINAG ins Treffen geführten Ersatzpflanzungen können das nicht annähernd wett machen. Es wäre höchst an der Zeit, angesichts der nunmehr vorhandenen problematischen Umwelt- und Finanzsituation das Projekt A26-Westring in Frage zu stellen!
Friedrich Schwarz
Altes Rathaus Hauptplatz 1 4041 LINZ E - Mail: dietmar.prammer@mag.linz.at
Betrifft: A26 - TUNNELAUTOBAHN
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Mitglieder des Linzer Gemeinderats! Mit diesem Schreiben ersuche ich Sie dringend um eine rasche und ehrliche Beantwortung meiner Fragen. 1. Wie können Sie eine dermaßen rohe Vergewaltigung der Natur im Linzer Berschlössl Park und dessen Umgebung verantworten? Noch dazu in einer Zeit, in der aufgrund stark zunehmender Erhitzung dringend kühlender Grünraum geschaffen werden muss und nicht zerstört werden darf. Jeder gefällte Baum bedeutet eine langfristige Verringerung der CO₂ – Speicherkapazität und verstärkt damit zusätzlich jene Emissionen, die wir eigentlich dringend reduzieren müssten. 2. Verkehr im Stadtzentrum weiterhin zu fördern ist verantwortungslos! Laut ASFINAG wird der Autoverkehr in der Innenstadt um 30% zunehmen, der Bindermichl-Tunnel ist jetzt schon jeden Tag mehrmals verstopft. Durch eine weitere Stadtautobahn droht ein permanenter großräumiger Verkehrskollaps. In Zeiten der fortschreitenden Klimakrise ist es besonders unverantwortlich, zusätzlichen motorisierten Verkehr in einem ohnehin stark belasteten urbanen Raum zu erzeugen. Vernünftige Stadtpolitik muss heute alles daransetzen, Emissionen zu reduzieren, Hitzeinseln zu vermeiden und nachhaltige Mobilität zu fördern, anstatt die Grundlagen für noch mehr CO₂ - Ausstoß und Aufheizung zu schaffen. Warum muten Sie uns Linzerinnen und Linzer eine derartige Bedrohung zu? 3. Wie erklären Sie in Zeiten, in denen uns täglich mit Sparmaßnahmen gedroht wird, die maßlose Verschwendung unseres Geldes? Nach derzeitigen Berechnungen werden 1,2 Milliarden für dieses rückwärtsgewandte Verkehrsprojekt vergeudet, 60 Millionen davon muss die Stadt Linz beisteuern. Viel Geld, das in den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel sinnvoll und zukunftsweisend angelegt werden sollte. 4. Warum informieren Sie nicht wahrheitsgemäß und rückhaltlos? Warum vertreten Sie die Interessen vieler Linzer Bürgerinnen und Bürger nicht? Warum lassen Sie nicht, wie es eigentlich Ihren demokratischen Verpflichtungen entsprechen würde, die aufgeklärte und verantwortungsbewusste Linzer Bevölkerung in einer Volksbefragung selbst entscheiden, ob die Tunnelautobahn, die im vorigen Jahrhundert geplant und konzipiert wurde, noch immer gewünscht wird. Mit freundlichen Grüßen __________________________________________________________
Rodung Bergschlösslpark und Ziegeleistraße Die Stadt Linz zerstört im Stadtzentrum Naherholungsräume und an den Stadträndern den schützenden (aber angeblich nicht geschützten) Grüngürtel in obrigkeitlicher Manier, ohne die tausenden Gegenstimmen betroffener (im wahrsten Sinne des Wortes !) Bürger wenigstens zur Kenntnis zu nehmen. Sie propagiert die Lippenbekenntnisse „Klimahauptstadt“ sowie „Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur und Umwelt“, hat aber keine Skrupel, jahrhundertealtes wertvolles Naturgut mit einem (Kahl)Schlag zu vernichten. Auch die Art und Weise, wie die Schlachtung unzähliger Bäume vor sich ging, war erschreckend. Im Schnellverfahren wurden altehrwürdige Baumriesen einfach niedergemetzelt, hilflos standen Menschen mit Kindern und Hunden daneben, „beschützt“ von vermummten Polizisten. Es herrschte eine beklemmende Respektlosigkeit der Natur und ihren Lebewesen gegenüber. Die verantwortliche Politik verweist auf bestehende Bescheide und die ausführenden Erfüllungsgehilfen ( die ebenfalls umweltfreundliche ASFINAG und „Spezialgartenbaufirmen&ldquo