2023

BAUMVERNICHTUNGSAKTION im Stadtgebiet

Am Montag 13.11.2023 wurde trotz schriftlicher Vereinbarung zwischen Magistrat Linz und Baumrettungsinitiative Linz erstmals seit Jahren keine Vorinformation über die umgehende Fällung von Bäumen im öffentlichen Park bei der RZB Zentrale Goethestraße gegeben. Erst am 9.11.wurde uns das Projekt von Vertretern der Raiffeisen Bank vorgestellt ,– dabei gab es keinen Hinweis, dass die Fällungen bereits unmittelbar bevorstehen. Man war offensichtlich sehr interessiert, nach 2 Jahren Planung Tatsachen zu schaffen. Hintergrund ist eine grundsätzliche Fehlplanung durch unreflektierte Übernahme einer Investorenplanung in eine Bebauungsplanänderung, die die Grundsätze der Stadtplanung und die Interessen der Anrainer gröblich missachten. Die Umlegung der Goethestraße unter 90° durch einen verkehrsberuhigten grünen Innenhof, vorbei an den Fassaden eines 6-8 geschoßigen Wohnblocks hin zur Blumauerstraße, führt zur Beeinträchtigung der Wohnqualität. Die abermalige Beschneidung der letzten Reste einer Parkanlage an der Ostseite mit einer zusätzlichen Busspur und einen Radweg verringert die Parkanlage um mehr als 1/3. Zusätzlich ist die Busspur statt der Parkanlage ein Unding, da eine Verlängerung weder in der Goethestraße noch in der Blumauerstraße auch in Zukunft möglich ist. An der´Westseite hat man im Bebauungsplan, entgegen der schon mehrfach praktizierten Vorschreibung, keine Angaben über die Ausbreitungsbeschränkung der Tiefgarage gemacht. Somit führt die vorliegende Planung der Tiefgarage mit der Schlitzwand direkt an der öffentlichen Parkfläche zu einer massiven einseitigen Beschneidung der Baumkronen und Wurzeln für die Bauarbeiten. Die Baumrettungsinitative war seit jeher bestrebt, eine Kooperation mit allen Behörden und zuständigen Stellen hinsichtlich Baumerhaltung in der Innenstadt zu pflegen, was in den letzten Jahren auch zu einer einigermaßen gedeihlichen Zusammenarbeit mit der zuständigen Magistratsabteilung, ihren Mitarbeitern und den politischen Referenten führte. Wir konnten eine maßgebliche Zahl von Bäumen durch Gespräche und Sachverständigengutachten vor einer willkürlichen Fällung retten. Durch die gegenständliche Aktion wurde aber dieses Vertrauensverhältnis massiv untergraben und erweckt nicht nur bei unserer, sondern auch bei anderen Bürgerinitiativen und betroffenen Anrainern den Eindruck, dass wieder einmal Investoreninteressen zu Lasten der Allgemeinheit und des Wohles von Bürgern und Natur in unserer Stadtgehen. Das ist bedauerlich, insbesondere im Hinblick auf die geplanten weiteren Eingriffe in das Stadtgrün, wie zB. Antasten des Grüngürtels, Stadtautobahn und andere Großprojekte ist mit einem kompromisslosen „Drüberfahren“ zu rechnen.

Aktuelles vom Oktober 2023

Die Stadt Linz bemüht sich zwar um die Schaffung von mehr Grün im Zentrum und versucht mit Neupflanzungen von Bäumen einen Ausgleich zum immer schneller von statten gehendem Verlust alter und jüngerer Gewächse zu schaffen, aber sieht man sich deren Beseitigung durch gegenwärtige und geplante Baumaßnahmen im Stadtbereich ( die Eingriffe in den schützenswerten Grüngürtel der Stadt noch gar nicht miteinbezogen) an, wird der weiteren Versiegelung des Bodens nicht wirklich gegengesteuert. Insbesondere die Region entlang der Waldeggstrraße ist massiv betroffen. Die beantragte Verbauung des Areals der ehemaligen BP Tankstelle in der Stockhof/Wachreinerstraße mit höchstwahrscheinlicher Fällung vieler Bäume (auf Privatgrund)* ist ein minimaler Eingriff in die städtische Restnatur, betrachtet man die bereits begonnen Baumaßnahmen zur Errichtung des Westringes bis zur Westbrücke. In diesem Bereich muss man mit der Entfernung von hunderten Bäumen im Bergschlösslpark, im derzeitigen Ziegeleipark (der wahrscheinlich zur Gänze oder großteils verschwinden wird) und des Grüngürtels zwischen Bahnareal und Waldeggstraße nach Schleifung der Häuserfront an deren Südseite rechnen. Was bleibt, wird eine Betonlandschaft sein mit allenfalls behübschendem Ziergrün. In welchem Verhältnis die gutgemeinten Bergünungsversuche der Stadt zu diesen stadtklimafeindlichen Großeingriffen steht, kann sich jeder selbst ausrechnen.
*An dem einen Ende der Wachreiner Straße setzt die Stadt ein paar junge Bäume, am anderen Ende werden 5mal soviel alte für ein überdimensionales Investorenprojekt gefällt.

Vor kurzem gesehen:
Abtragung eines alten Baumriesen Nähe A7-Abfahrt Hafen
(Privatgrund?)
Warum?

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